Wie ticken AfD-Wähler?

Text: Anette Frisch. Foto: privat

Sie werden als „Modernisierungsverlierer“ oder „Wohlstands-Chauvinisten“ bezeichnet; sie fühlen sich abgehängt, und die Europäische Union ist ihnen ein Graus. Wer sind die AfD-Wähler? Wovon lassen sie sich leiten? Und wie stehen sie zur Demokratie? Rolf Frankenberger und Daniel Buhr möchten mit ihrer Forschung für mehr Klarheit sorgen. Die Politikwissenschaftler der Universität Tübingen widmen sich in ihrer aktuellen Studie „Mehr Demokratie ertragen?“ den Lebenswelten von AfD-Wählern. Mit qualitativen Interviews rücken die Wissenschaftler nah an ihre Zielgruppe heran. Sie möchten herausfinden, an welchen Werten sich die Anhänger der Partei orientieren, ob es bestimmte Sozialisierungsmuster oder biografische Erfahrungen gibt, die zu rechtspopulistischen Wahlentscheidungen führen.

Die Studie der Tübinger ist Teil des Demokratie-Monitorings Baden-Württemberg, das von der Baden-Württemberg Stiftung zum ersten Mal 2013/2014 beauftragt wurde. Vier Landesuniversitäten beschäftigen sich in drei Teilprojekten mit den Themen Demokratie und Partizipation; 2016/2017 startete die Baden-Württemberg Stiftung mit einem zweiten Durchgang und einer neuen repräsentativen Umfrage.

Bereits 2013/2014 hatten sich Frankenberger und Buhr mit den Lebenswelten von Wählern beschäftigt und sieben Typologien definiert: darunter den „Mitbestimmer“, den „Gemeinwohlorientierten“ oder den „Distanzierten“. Das Thema Populismus hatte das Team damals noch nicht im Blick. „2013 herrschte in dieser Beziehung in Baden-Württemberg eher eine heile Welt“, sagt Frankenberger.

Ob der Erfolg der AfD mit den immer komplexer gewordenen Ansprüchen an die Politik zu tun hat oder gar einen Rechtsruck der Gesellschaft spiegelt – auch diese Fragen möchten die Tübinger Wissenschaftler mit ihrer Studie klären. „Unsere Ergebnisse sollen dazu beitragen, Themen und Ansprüche im Umfeld von Populismus frühzeitig zu erkennen.“

Weitere Informationen: www.beteiligungslotse.de


Prof. Dr. Daniel Buhr (links im Bild) hat seit Oktober 2010 den Lehrstuhl für Policy Analyse und Politische Wirtschaftslehre an der Eberhard Karls Universität Tübingen inne.
Dr. Rolf Frankenberger ist sein Mitarbeiter.

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